Karte 1866

Heinrich Theodor von Schön

geboren20.1.1773 in Schreitlauken/Ostpreußen

gestorben23.7.1856 in Arnau bei Königsberg

Beamter

Theodor Heinrich Schön (1792 geadelt) wurde 1773 als Sohn eines Amtsrats und Domänenpächters in Schreitlauken im preußischen Teil Litauens geboren. Er studierte Rechts- und Staatswissenschaften in Königsberg, wo er sich intensiv mit der Philosophie Immanuel Kants befasste. Auch die liberale Tradition Englands, allen voran die Ideen von Adam Smith, hatte einen starken Einfluss auf ihn, so dass er England nicht zufällig zu einem seiner Reiseziele erkor. Sein erster Posten war der eines Kriegs- und Domänenrates in Bialystok, aber schon mit 29 Jahren wurde er als Finanzrat ins Generaldirektorium berufen. Nach 1806 wurde er einer der wichtigsten Mitarbeiter des Freiherrn von Stein. Unter anderem schrieb er ein Gutachten über die Aufhebung der Erbuntertänigkeit, das die Grundlage des Oktoberedikts von 1807 bildete. Auch auf Steins politisches Testament nahm er großen Einfluss. Nach Steins Entlassung wurde seine Hoffnung auf einen Ministerposten (nicht zum letzten Mal) enttäuscht, statt dessen wurde er Regierungspräsident in Gumbinnen. 1813 hatte er großen Anteil am Zustandekommen des Ostpreußischen Landtags sowie an dessen richtungsweisenden Beschluss, eine Landwehr aufzustellen. In den folgenden Monaten blieb er im königlichen Hoflager. Während der Kriegszeit war er Zivilgouverneur von Preußen, dann war er von 1816-42 Oberpräsident in Westpreußen bzw. des vereinigten (Ost- und West-)Preußens. Seine Hoffnung auf einen Ministerposten erfüllte sich auch unter Friedrich Wilhelm III. nicht. So setzte er seine Hoffnungen auf den Kronprinzen. Als dieser 1840 endlich den Thron bestieg, brachte der ostpreußische Huldigungslandtag einen Antrag auf die Schaffung einer Repräsentation vorbringen, was den König verstimmte. Als Johann Jacoby im folgenden Jahr seine „Vier Fragen, beantwortet von einem Ostpreußen“ veröffentlichte, traf die Ungnade des Königs Schön, dem er die politische Verantwortung zusprach. Schön lebte dann bis zu seinem Tode im Jahr 1856 auf dem Gut Arnau bei Königsberg. Er blieb mit der Restaurierung der Marienburg betraut, die er bereits als Oberpräsident begonnen hatte, und die Friedrich Wilhelm IV. durch seine Ernennung zum Burggrafen in seiner Verantwortung belassen hatte.

Heinrich Theodor von Schön