Karte 1922

Ludwig II von Bayern
"Märchenkönig"

geboren25.8.1845 in Nymphenburg

gestorben13.6.1886 in Starnberger See

1864 bis 1886 König von Bayern

Ludwig wurde 1845 im Münchner Schloss Nymphenburg als Thronfolger der Wittelsbacher Bayernkönige geboren. Nach einer schwierigen Kindheit kam er bereits mit 18 Jahren auf den Thron, zu einer Zeit, in der zahlreiche politische Entscheidungen von großer Tragweite anstanden. Ludwig war am Erhalt seiner ihm persönlich sehr wichtigen Königswürde und der Souveränität Bayerns interessiert, jedoch gelang es dem von ihm berufenen Außenminister von der Pfordten nicht, Bayern aus dem Deutschen Krieg 1866 herauszuhalten, der u. a. ein Militärbündnis und Preußen zur Folge hatte. Ludwig reagierte unglücklich, denn es fiel ihm noch nicht einmal auf, dass die national-liberalePolitik des an von der Pfordtens Stelle berufenen Hohenlohe-Schillingsfürst seinen eigenen Vorstellungen widersprach, während eine monarchisch-katholisch-patriotische Volksbewegung zu seiner Unterstützung bereitstand. Beim Ausbruch des Deutsch-französischen Krieges hoffte Ludwig, durch eine eindeutige Parteinahme für Preußen einen weiteren Souveränitätsverlust zu verhindern. Schließlich war aber er es, der im ‚ KaiserbriefWilhelm I. an die Spitze des neuen Reiches rief, dessen Gründung endgültig das Ende der bayrischen Unabhängigkeit besiegelte. Bismarck hatte Ludwig – nicht zuletzt durch Geldzahlungen – für diesen Schritt gewonnen, und tatsächlich blieb die ständige Finanznot das Einfallstor für Bismarcks Einfluss auf den König, wodurch er den Bestand der reichsfreundlichen Regierungen in Bayern sicherte. Das Geld brauchte der König für seine zahlreichen, teuren Bauvorhaben, mit denen er sich im Voralpenland seine Sehnsucht nach einer Traumwelt zu erfüllen suchte. Schon bald nach seiner Thronbesteigung war er für Beamte und Politiker immer unzugänglicher geworden und hatte sich statt dessen den Künsten und seinen Bauten gewidmet. Vor allem seine Förderung Richard Wagners, dessen Musik er liebte, ist von bleibender Bedeutung.

Der an paranoider Schizophrenie leidende König spann sich immer tiefer in seine Traumwelt ein, die immer höhere Kosten verursachte. Als die finanzielle Belastung untragbar wurde, sannen das Kabinett und Familienmitglieder auf die Absetzung des „Märchenkönigs“ und ließen ihn für unzurechnungsfähig erklären. Der in düsteren Stimmungen brütende König wurde auf das Schloss Berg am Starnberger See gebracht. Am nächsten Tag, dem 13.06.1886, wurden er und der Psychiater Gudden tot am Ufer des Sees aufgefunden. Sie waren auf bis heute ungeklärte Weise zu Tode gekommen.

Ludwig II von Bayern