Karte 1618
Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst

16.4. 1648    Brandenburgische Staatspost gegründet

Am 21.4.1646 erlässt Kurfürst Friedrich Wilhelm eine Postordnung, die einen regelmäßigen Postdienst zwischen Berlin, Münster, Osnabrück, Kleve und Königsberg einrichtet. Anlass für dieses neue Dekret ist das Interesse des Kurfürsten, ständig über den aktuellen Stand der Friedensverhandlungen in Osnabrück und Münster, die den 30-jährigen Krieg beenden sollen, unterrichtet zu werden. Zugleich wird mit dem Erlass Privatpersonen, insbesondere Kaufleuten das Recht eingeräumt, ihre Briefe mit der kurfürstlichen Post zu befördern. Der Kurfürst setzt sich damit über das vom Kaiser verliehene Reichspostmonopol der Generalpostmeister des Hauses von Thurn und Taxis hinweg.
1649 ernennt der Kurfürst Amtskammerrat Michael Matthias zum ersten brandenburgischen Postdirektor. Im gleichen Jahr werden die Fußboten endgültig abgeschafft. 1650 nimmt die Reitpostlinie Berlin- Königsberg, 1655 die Linie Berlin-Cleve ihren Betrieb auf. Zweimal wöchentlich geht die Post von der Leipziger Straße in beide Richtungen ab. Später entstehen Anschlussverbindungen in die Niederlande sowie nach Riga und Warschau. Schon 1654 wird in Hamburg und 1682 in Bremen eine brandenburgische Postexpedition eröffnet. Am 3.9.1656 startet die erste brandenburgische Post in Hamburg und trifft am 5.9. ein Uhr Mittags in Berlin ein.
Um 1670 wird die Fahrpost eröffnet. Jetzt können erstmals Personen befördert werden. In regelmäßigen Abständen werden Poststationen eingerichtet. Der Aufenthalt dauert zwei Stunden in denen die Pferde gewechselt werden und der Reisende sich erholen kann. Das Reisen ist lang, beschwerlich und teuer. Ein Sprichwort sagt: "Wer mit der Post reiset, muss eines Lastträgers Rücken und eines Fürsten Beutel haben." Die Straßen sind schlecht, die Postleute erwarten Trinkgeld und der reguläre Preis ist schon hoch genug. Ein Fahrt von Berlin nach Potsdam kostet 18 Groschen, nach Küstrin 2 Taler, nach Magdeburg 3 Taler 6 Groschen und nach Danzig gar über 12 Taler. Vergleicht man damit die Löhne, wird deutlich, dass Reisen ein Luxus ist: Eine Magd verdient im Monat genauso viel wie ein Dorfschullehrer, 4 Taler, das sind 96 Groschen. Der Sold des Soldaten beträgt gerade mal die Hälfte, 2 Taler. Ein Hoflakai erhält 36 Taler, ein Professor 100, ein Hofmaler 400. 1670 erwirtschaftet die brandenburgische Hofpost, inzwischen unter dem Direktorat von Otto Reichsfreiherr von Schwerin, einen Gewinn von 7000 Talern, im Jahr 1688 sind es bereits 39.000 Taler.

Flugblatt zum Westfälischen Frieden (Postreiter)

Preußisches Posthausschild